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Amselgrund Historisches

„Lindengarten“ wieder eröffnet

"Dort soll das Kuchenbüfett hin“, sagt Karsten Oberthür und weist auf eine Stelle an der Wand, wo er gerade tapeziert hat. Er ist – mit seiner Lebensgefährtin – der neue Pächter der Gaststätte „Lindengarten“ im Hohnsteiner Ortsteil. Dorfbewohner, Wanderer oder Urlauber, die gern dort eingekehrt sind, können das bald wieder tun. „Ab 20. Januar ist wieder geöffnet“, sagt Oberthür.

Nahtloser Übergang

Auch Hohnsteins Hauptamtsleiter und Chef der Tourismus GmbH Kurt Weißhaupt ist froh, dass es gewissermaßen einen nahtlosen Übergang zwischen dem alten und dem neuen Pächter gibt. Denn die Immobilie ist Eigentum der Stadt. Ein langer Leerstand ist schließlich keinem Gebäude dienlich. Gut findet Weißhaupt auch, dass Oberthür und seine Lebensgefährtin im Ort ihr Zuhause haben und damit die Fahrerei wegfällt. Denn zum „Lindengarten“ gehört keine Wohnung. „Vorpächter war ein junges Ehepaar aus Neustadt. Es wollte Kinder haben“, erzählt der Hauptamtschef. „Alles miteinander war aber unter diesen Bedingungen nicht unter den berühmten Hut zu bringen. So haben sie sich schweren Herzens von der Gaststätte getrennt“, sagt Weißhaupt weiter.

Mit dem „Lindengarten“ fängt Oberthür im gastronomischen Bereich nicht beim Punkt Null an. Schließlich haben die Eltern in Rathen eine Pension und besaßen früher auch eine Gaststätte dazu. Diese hat der Sohn vor neun Jahren übernommen und nun an seine Schwester weiter gegeben. „Außerdem habe ich Kellner gelernt“, erzählt der 47-Jährige. Nun gibt es in Rathewalde einen Neuanfang.

Oberthür wird kochen, seine Lebensgefährtin bedienen. Im Vergleich zum Vorgänger wollen sie erst einmal nicht viel ändern. Es sind lediglich Kleinigkeiten geplant, die anders gemacht werden sollen. Das betrifft beispielsweise die Dekoration. „Wir wollen sie mehr mit dem Gaststätten-Namen in Verbindung bringen“, erläutert der Chef seine Absicht.

Auf der Speisekarte kommen neue Gerichte hinzu, einige fallen weg. Das andere finde sich im Laufe der Zeit. „Der Vorpächter hat mich informiert, was gut gelaufen ist. Das wird auch beibehalten“, so der neue Wirt. Aber er möchte seinen Gästen die Feldsteinpfanne, einen Renner aus der Rathener Einrichtung, kreieren. „Das ist etwas Deftiges mit Bratkartoffeln, Knödeln, grünen Bohnen, Pilzen und Schweinefleisch.“ Auch eine italienische Variante vom Steak schwebt ihm vor. Fischgerichte kann er sich gleichfalls vorstellen. „Die Frage ist immer, wie das preislich gestaltet werden kann. Denn es muss sowohl zum Überleben reichen als auch bezahlbar sein“, sagt Oberthür.

Draußen möchte er ein Fleckchen haben, wo er ein paar Kräuter anbauen kann. Denn Oberthür kocht viel mit der Würze aus Mutter Natur. Über Veranstaltungen hat er noch nicht groß nachgedacht. Am 3. Februar sind erst einmal die Feuerwehrleute mit ihren Frauen zu Gast. „Wir sind offen für vieles“, sagt Oberthür. „Manches müssen wir auch erst ausprobieren.“

Wunsch des Ortsvorstehers

Da der „Lindengarten“ nicht die einzige Gaststätte im Dorf ist, wäre auch ein Wirtestammtisch nicht schlecht“, sagt Oberthür. „Wir haben an meiner vorigen Wirkungsstätte gute Erfahrungen damit gemacht. Dort vor allem die anliegenden Probleme besprochen.“

Für Ortsvorsteher Ralf Pohl ist solch ein Thema beispielsweise die Öffnungszeit. „Es wäre schön, die Wirte könnten Ruhetage sowie Urlaub abstimmen. Das wäre auch im Interesse der Urlauber und Touristen“, so der Ortsvorsteher.
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